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Barrierefreiheit in Sachen Brandschutz

Worum geht es?

Immer noch werden Menschen mit Behinderung ausgegrenzt.

·Was ist bei Feuer im Saal, wie können Menschen mit Behinderung lebendig entkommen?

·Wie können wir den Notruf für Hörgeschädigte verbessern?

·Wie fühlt sich ein Rolli Fahrer der mit einem Fahrstuhl auf dem steht; „im Brandfall nicht benützen“ in den 5 Stock eines Gebäudes fährt?

·Müssen Menschen mit Behinderungen tatsächlich wissentlich höhere Brandrisiken eingehen, um an unserer Gesellschaft teilhaben zu können?

Zu diesem Thema bot der bundesweit größte Informationsaustausch für Brandschutz und soziale Dienste sowie Einrichtungen in Deutschland ein breites Spektrum an Expertenwissen. Nicht nur Feuerwehren, Einrichtungen, Bauingenieure und die Regierung waren vertreten, auch Bertoffene waren mit dabei, stellten Probleme vor und brachten Lösungsvorschläge zur Verbesserung.

Der Brandschutz für Menschen mit Behinderung hat viele Seiten. Eine ist, dass durch den Brandschutz oft Menschen mit Behinderung ausgegrenzt werden. Ein einfaches Beispiel: Ein größerer Konzert- und Veranstaltungssaal im 1. Obergeschoss, der weniger als 200 Plätze beinhaltet. Veranstaltungen in diesem Saal sind sehr beliebt, alle treffen sich dort. Der Saal unterliegt nicht der Versammlungsstättenverordnung und ist nicht barrierefrei. Es gibt keinerlei Vorkehrungen für den Brandschutz von Menschen mit Behinderungen wie Mobilitätseinschränkungen, Sehbehinderungen oder Hörschäden. Menschen mit Behinderung sollen also aus Brandschutzgründen nicht teilnehmen, weil sie im Brandfall sich nicht retten können bzw. nicht gerettet werden können. Dieses Beispiel ist traurig. Damit Menschen mit Behinderung an unserer Gesellschaft teilhaben können, müssen sie häufig  wissentlich höhere Brandrisiken eingehen.

Bei dieser Veranstaltung ging es um Menschen, die im Brandfall und in der Vorbereitung für diese Notfälle besondere Aufmerksamkeit bedürfen. Menschen mit Behinderung können sich nur eingeschränkt selber im Brandfall retten und benötigen hierfür häufig Hilfe. Besonders prekär wird die Situation durch die folgende aktuelle Entwicklung:

Es gibt immer mehr Menschen mit Behinderung. Dies liegt an der demografischen Entwicklung.

Die Zeiten, um sich im Brandfall zu retten, werden immer kürzer. Nach Studien vor etwa 30 Jahren hatte man noch etwa 15 Minuten Zeit, um im Brandfall  zu entkommen. Nach aktuellen Studien heute sind es nur noch etwa 5 bis 10 Minuten. Sonst bekommt man eine Rauchgasvergiftung und stirbt. Gründe sind mehr Wärmedämmung, verstärkter Einsatz von Kunststoffen bei der Wohnausstattung u.ä.

Die Anfahrzeiten der Feuerwehr werden besonders im ländlichen Bereich immer länger. Durch die demografische Entwicklung gibt es bundesweit etwa 20% weniger Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr als vor 10 Jahren. Experten sagen zukünftig weniger Standorte der Feuerwehr und längere Fahrzeiten voraus.

Die Situation im Brandfall wird also für Menschen mit Behinderung immer schlechter. Daher wird Prävention immer wichtiger: Nur durch bessere Prävention können wir verhindern, dass immer mehr Menschen mit Behinderung durch Feuer und Rauch sterben.

Feuerwehren und Brandschutz einerseits und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung andererseits wirken häufig wie Parallelwelten, die nebeneinander existieren und nichts miteinander zu tun haben. Das ist sehr schade! Denn es ist erforderlich, dass Experten im Vorbeugenden und Abwehrenden Brandschutz sowie der Behindertenarbeit in einem Netzwerk zusammenarbeiten. Nur so können wir abgestimmt alle Zielgruppen

Menschen mit Behinderung mit Verwandten und Freunden

Mitarbeiter und ehrenamtliche Kräfte der sozialen Dienste

Haupt- und ehrenamtliche Feuerwehreinsatzkräfte

erreichen. Ziel ist es, das diese Zielgruppen gemeinsam Prävention betreiben, sich auf Brandeinsätze vorbereiten und sich im Brandfall richtig verhalten. Das geht nur, wenn sich diese Beteiligten vorher kennen, gemeinsame konkrete Ziele formulieren und umsetzen.

Themenschwerpunkte dieser Veranstaltung waren der Brandschutz im Bestand und der betrieblich/ organisatorische Brandschutz.

Besonders schön war es, dass Menschen mit Behinderung bei dieser Veranstaltung selbst stark mitwirkten. Menschen mit Behinderung stellten ihre Aspekte selber dar, das ist wichtig. Denn Menschen mit Behinderung kennen ihre Situation selber am besten. Praxisbeispiele der Vorträge zum Bauen für Menschen mit Behinderung, zum Retten von Menschen mit Behinderung, wurden durch praktische Beispiele in der Fachausstellung illustriert.

Nur die ehrenamtliche Arbeit vieler Menschen erlaubte es, gemeinsam diese Veranstaltung durchführen zu können! Besonderen Dank gilt dem ehrenamtlichen Team unter dem Namen Mission Sicheres Zuhause!  Mission Sicheres Zuhause – das bedeutet Präventionsarbeit unter Berücksichtigung von Integration  und Inklusion überall durchzuführen, wo Menschen mit Behinderung sich zu Hause fühlen.

 Bericht: Markus Hellstern Feuerwehr Meßkirch

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